Unter Ingenieuren gilt sie als technisches Meisterwerk. Touristen aus aller Welt lieben die Bergenbahn für die unglaublichen Eindrücke auf der Fahrt durch die spektakuläre Landschaft Norwegens. Für die 520 Kilometer lange Strecke zwischen Norwegens Hauptstadt Oslo und der zweitgrößten Stadt Bergen, auch „das Tor zu den Fjorden“ genannt, braucht die Bergenbahn rund sieben Stunden.
Die Idee für die Bahnstrecke von Oslo nach Bergen entstand um 1870. Bereits 1883 nahm eine Schmalspurbahn auf dem Teilstück zwischen Voss und Bergen den Betrieb auf. 1894 gab das norwegische Parlament grünes Licht für die Umspurung dieses Abschnitts, 1898 wurde der Ausbau der gesamten Strecke genehmigt. Die Anlage der Trasse durch das Hochland erforderte großen Aufwand. Tunnel und Einschnitte mussten durch massives Gneisgestein gegraben und gesprengt werden. Für den überwiegend mit Handarbeit vorgenommenen Bau des Tunnels bei Gravhals wurden sechs Jahre benötigt.
Die gesamte Strecke wurde 1909 durch König Haakon für den Personenverkehr freigegeben. Im Laufe der Zeit wurden mehrfach größere Neutrassierungen vorgenommen. Kurvenreiche Abschnitte wurden begradigt und mit Tunnel versehen, um durch Lawinen und Schneeverwehungen besonders gefährdete Abschnitte zu umgehen. Bis 1957 wurden Dampflokomotiven eingesetzt, es folgten Diesellokomotiven. Seit 1964 ist die Bergenbahn vollständig elektrifiziert.