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Bahnstrecken

Mount Washington Cog Railway

Mount Washington

Cog Railway

Die fröhlich bunte Zahnradbahn

Das ist schon
eine spezielle
Bahnlinie!
Märklin Wissen Mt. Washington Cog Railway
The Cog im Arbeitseinsatz (1946)

Not macht erfinderisch

Der Mount Washington im US-Bundesstaat New Hampshire ist mit 1.917 Metern der höchste Berg im Nordosten der USA. Seit 1869 erklimmen die Gespanne der Mount Washington Cog Railway die Bergstation am Gipfel, der auch als die „Heimat des schlimmsten Wetters der Welt“ bekannt ist.
Der Erfinder Sylvester Marsh wurde 1803 im ländlichen New Hampshire geboren. Im Alter von 19 Jahren verließ er seine Heimat und verdiente als Geschäftsmann ein großes Vermögen. Mitte der 1850er Jahre kehrte er nach New Hampshire zurück und widmete sich fortan der touristischen Entwicklung seiner Heimat. 1857 war Sylvester Marsh bei einer Ersteigung des Mount Washington in einen heftigen Sturm geraten, der ihn beinahe das Leben gekostet hätte. Dieses schreckliche Erlebnis trieb den pfiffigen Erfinder an, ein bequemes und ungefährliches Transportmittel zum Gipfel des Mount Washington zu konstruieren.
The Cog gemütlich auf dem Weg zum Gipfel

Worten folgten Taten

Nur ein Jahr nach den tragischen Erlebnissen seiner Bergwanderung gründete Sylvester Marsh 1858 die „Mount Washington Railway Company“. Mit einem Team aus Ingenieuren entwarf Marsh die erste Bergbahn der Welt mit Zahnradantrieb, bei der auf einer dritten Schiene in der Mitte der Gleise Dampflokomotiven mittels eines Zahnrades Steigungen bewältigen. 1866 begannen die Arbeiten an der Zahnradbahn am Mount Washington, die seit dem 3. Juli 1869 die Talstation „Marshfield Base“ mit der Bergstation „Mount Washington Summit“ verbindet. Ein Zahnrad- und Zahnstangenmechanismus und ein auf Böcken montiertes Schienensystem ermöglichen es den Gespannen aus Loks und Personenwaggons seither, die steilen Hänge und das raue, felsige Gelände der rund fünf Kilometer langen Strecke problemlos und sicher zu bewältigen.
Die erste Dampflok der Bahn hieß eigentlich „Hero“ (auf Deutsch: Held), wurde aber allgemein als „Old Peppersass“ (Dialekt für „pepper sauce“) bekannt, da ihr Stehkessel an eine Flasche Tabasco-Sauce erinnerte. 1878 wurde sie ausgemustert und für Ausstellungen restauriert. Zwischenzeitlich gab es insgesamt sieben Dampflokomotiven mit geneigt montiertem Kessel. Diese benötigen pro Fahrt etwa eine Tonne Kohle und 3.800 Liter Wasser. Zwei dieser kohlegefeuerten, über hundert Jahre alten Dampflokomotiven sind auch heute noch im Sommer und Herbst in Betrieb.
Märklin Wissen Mt. Washington Cog Railway
Blick von der Bergstation ins Tal
Märklin Wissen Mt. Washington Cog Railway
Volldampf – aber kein Vollgas

Diesel statt Kohle

Im Jahr 2008 nahm die Bahngesellschaft eine erste Diesellokomotive in Betrieb, die in der eigenen Werkstatt gebaut worden war. Als Antrieb wurde ein Dieselmotor mit 600 PS eingesetzt. Zwar beträgt der Verbrauch etwa 68 Liter Biodiesel pro Rundfahrt, aber die Betriebskosten und der Schadstoffausstoß liegen dabei deutlich niedriger als beim Betrieb einer Dampflok. Passagiere, die nicht auf das Dampflok-Erlebnis verzichten möchten, sollten früh aufstehen. Die ersten Züge des Tages fahren ab 9:00 Uhr planmäßig mit Dampfloks.
Das Abenteuer beginnt an der Talstation, der Marshfield Base Station. Neben dem Ticketschalter befindet sich hier auch ein Zahnradbahnmuseum. Vor der Abfahrt bietet dir die umlaufende Aussichtsplattform einen wunderschönen Panoramablick auf die Bahnstrecke und die Berge. Und dann geht‘s los: Bis zu 70 Passagiere in einem Personenwagen fahren in 60 Minuten mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 7 km/h in Richtung Gipfel. Auf 1.280 Metern Höhe liegt die Station „Waumbek“ mit einem Umfahrungsgleis, dass den auf- und abwärts fahrenden Züge eine Begegnung ohne aufwändige Rangiermanöver ermöglicht. Unmittelbar danach passieren die Gespanne die rund 100 Meter lange „Jakobsleiter“, die mit einer Neigung von rund 37 Prozent zu den steilsten Zahnradbahnpassagen der Welt gehört.
Fröhliches Zügchen im Zirkuslook
Märklin Wissen Mt. Washington Cog Railway
Nächster Halt: Waumbek Station

Heimat des schlimmsten Wetters der Welt

Am Gipfel erwartet dich das „Sherman Adams Besucherzentrum“. Zur Bergstation gehören eine große Aussichtsplattform, eine interaktive Wetterausstellung der Mount Washington Wetterwarte und das Gipfelpostamt. Dazu kommt das ehemalige Berggasthaus „Tip Top House“ aus dem Jahr 1853, in dem heute ein Museum untergebracht ist. Bei der ebenfalls rund 60-minütigen Talfahrt wird der Wagen von einem mitfahrenden Bremser händisch gebremst – unabhängig von der voranfahrenden Lokomotive. Der Bremser beobachtet bei der Bergfahrt auch die Strecke, da die Sicht des Lokführers dann eingeschränkt ist.
Der Mount Washington überragt das Umland um bis zu 1.400 Meter. Hier staut sich kalte Luft aus dem Norden und trifft auf warme Luft aus Süd und West. Deshalb zählt der Gipfel des Mount Washington klimatisch zu den kargsten und windreichsten Gegenden der Erde. Hier wurde im Jahr 1934 die unfassbare Windgeschwindigkeit von 372 km/h gemessen. An über 100 Tagen im Jahr erreicht die Windgeschwindigkeit auf dem Gipfel mit über 120 km/h Orkanstärke. Dazu fallen die Temperaturen schon mal auf bis -40 °C. Bei klarem Wetter bieten sich dir jedoch unvergessliche Ausblicke vom südlichen Quebec bis zum 145 Kilometer entfernten Atlantik.

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